Wenn wir von Digitalisierung sprechen, dann liegt oft der Blick in die nahegelagene IT auf der Hand. Da finden wir Nullen und Einsen und diese in unzähligen Kombinationen. Und gleichzeitig fallen uns Ausdrücke wie IP-Adresse, Cache, URL, Coding und viel andere ein. Ein nächster logischer Schritt liegt dann nahe: Digitalisierung ist doch einfach nur der shift von Paierprozessen in Copmuterprogramme.

Landläufig galt dies früher als wunderbare Erklärung. Im Jahr 2017 reicht sie allerdings nicht mehr. Doch warum gehe ich darauf ein? Weil es mir wichtig ist aufzuzeigen, dass mit Digitalisierung nicht (nur) das Umbauen von Porzessen gemeint ist sondern vielmehr eine Veränderung des Verständnis der Arbeit. Und hier wird es spannend. Denn im Berufsleben wollen/sollen wir uns doch auch mit unserer Arbeit identifizieren können. Wie gut geht das denn eigentlich, wenn ich plötzlich nur noch Nullen und Einsen im Sinn habe? Für einen Programmierer ist es sicherlich wunderbar, wenn er einen „qualitativ hochwertigen“ Code geschrieben hat. Wie schaut es aber dann mit den vielen anderen Funktionen in Unternehmen aus? Woher holen sie sich ihre Identifikationsmöglichkeiten?

Meine Hypothese oder gar mein Petitum ist: Es muss über die Sinnhaftigkeit der Arbeit entstehen. Gestaltungsfähigkeit und Inhalte der eigenen Arbeit muss in einem hohen Maße (dort wo es möglich ist) durch die Individuum beeinflussbar sein. Gerade wenn es darum geht, Prozesse zu optimieren, Geschäftsmodelle neu zu denken und generell einen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten. Identifikation bedeutet nämlich, sich zunächst ohne Absicht oder auch unbewusst mit etwas gleich zu setzen. Und dies geschieht besser, wenn ich Freude am Tun habe, am gestalten und an der Mitarbeit. Folglich muss also die Führungskraft dafür sorgen, dass  Arbeit (mein Unternehmen) Freiräume bereitstellt,  die Mitarbeiter fordert und wertschätzend einsetzt. Sicherlich gilt es hier auch abzuwägen und einen kritischen Blick auf die jeweiligen Branchen zu werfen. Davon hängt sodann der „Grad der Freiheit“ ab. Beispielsweise kann eine zu große gestalterische Freiheit in hoch regulierten Branchen wie der Gesundheits- oder Finanzbranche zu existenzbedrohenden Umständen ausufern, wenn gewisse, vomregulator vorgeschriebene Abläufe niocht eingehalten werden.

Trotz der Nüchternheit der Zahlen und der eher kühlen Materie „Digitalisierung“ kann es gut Gelingen Identität aufzubauen und zu bewahren, indem Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter sich auf die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit konzentrieren.

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